Padlet mit Zustimmung nutzen

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Padlet ist sehr beliebt bei Lehrkräften, da es einfach zu nutzen ist, für Schüler wie Lehrkräfte. Meist werden von Lehrkräften kostenlose Konten mit einer beschränkten Anzahl von Padlets erstellt. Mitunter ist Lehrkräften Padlet so nützlich, dass sie dafür sogar zahlen.

Einwilligung oder Zustimmung?

Die Einwilligung zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten kann einer Schule nur dann erteilt werden, wenn die Schule datenverarbeitende bzw. verantwortliche Stelle ist.1Das ist auch der Fall, wenn es sich um eine Auftragsdatenverarbeitung handelt. Wird ein Dienst genutzt, der keine Daten im Auftrag der Schule verarbeitet, braucht es eine Zustimmung zur Nutzung des Dienstes, gegebenenfalls auch eine Zustimmung, dass Schüler einwilligen dürfen in die Verarbeitung personenbezogener Daten durch diesen Dienst.

Ohne eigenes Nutzerkonto der Schüler

Letzteres ist nicht erforderlich, wenn eine Nutzung ohne eigenes Konto für Schüler möglich ist, so wie bei Padlet. Der Zugriff auf ein Padlet erfolgt auf Einladung durch die Lehrkraft über einen Link. Je nach Art der Nutzung fallen dabei fast gar keine bis einige personenbezogene Daten an. Erfolgt die Nutzung auf schulischen Endgeräten, ohne eine Anmeldung der Schüler an anderen externen Diensten und am Standort Schule, bleibt die Nutzung anonym, solange keine Inhalte mit personenbezogenen Daten in das Padlet eingestellt werden. Anders ist das bei der häuslichen Nutzung an einem privaten Endgerät oder im Fall von BYOD in der Schule. Über das Gerät, das System, den Browser und eventuelle Logins an anderen Plattformen sind Schüler für Padlet und dort eingesetzte Technologien von Dritten durch dort vorhandene Daten oder Zusammenführung mit Daten aus anderen Quellen potentiell identifizierbar.2Potentiell identifizierbar“ muss nicht automatisch bedeuten, dass der Anbieter von Padlet dieses auch tut. Vertraut man der Datenschutzerklärung, werden keine Profile gebildet. Padlet setzt auf Google-Analytics. Momentan geht aus der Datenschutzerklärung nicht hervor, ob dabei auch Daten an Google fließen oder ob man die Option nutzt, Daten nur selbst zu verwenden. Es ist auch nicht ersichtlich, ob Google-Analytics mit IP Nummern Verkürzung genutzt wird. Stand 25.04.2020
Potentiell identifizierbar“ würde hier bedeuten, dass einer identifizierbaren Person die Nutzung von Padlet an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit zugeordnet werden kann. Es geht dabei nicht um Inhalte eines Padlets, sofern diese nicht selbst aus externen Quellen eingebunden sind, wie YouTube Videos.

Information und Zustimmung

Wie bei einer Einwilligung sollten die Betroffenen, Eltern und Schüler, in die Lage versetzt werden, eine informierte Entscheidung zu treffen. Dafür sollten auch Informationen zur Datenverarbeitung bei Padlet gegeben werden. Ziel dieser Vorlage ist es, die Informationen möglichst leicht verständlich zu geben.

 

Hinweis
Lehrkräfte sollten vor einer Nutzung von Padlet wie auch anderen Online Tools, welche eine aktive Beteiligung von Schülern einschließt, die Genehmigung der Schulleitung einholen oder sie zumindest informieren. Wird Padlet nur als Website genutzt, um Schülern Inhalte bereitzustellen – und es geht nicht um eine aktive Arbeit der Schüler im Padlet – braucht es weder eine Zustimmung der Betroffenen noch eine Genehmigung/ Informierung der Schulleitung.

17 Antworten auf „Padlet mit Zustimmung nutzen“

  1. Kann ich verhindern, dass SuS anonym schreiben? Ich hatte das Problem, dass mein Padlet anonym mit salafistischen / pornografischen Posts / Bildern zugemüllt wurde und der Urheber nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte.

    1. Wollte man, dass Schüler nicht anonym irgendwelche Inhalte posten, müsste man ihnen Konten zuweisen. Aus Datenschutzgründen vermeidet man das zur Zeit jedoch. Sie haben jedoch unter den Einstellungen (verbirgt sich in der Browser Version oben rechts hinter dem Zahnrad) die Möglichkeit, Beiträge zu moderieren. Dazu aktivieren Sie unter Content Filtering die Option Require Approval – Require a moderator to approve.. Damit müssen Sie selbst Beiträge freigeben, bevor sie im Padlet öffentlich sichtbar sind.

    2. Wenn ich das richtig sehe, besteht die Möglichkeit, Kommentare nicht zuzulassen. Auch kann man das Padlet so gestalten, dass niemand etwas hochladen kann und/oder erst nach Freigabe durch Sie. Gehen Sie dazu auf den Menüpunkt „teilen“ in Ihrem Padlet. Sodann auf Datenschutz ändern und nehmen die entsprechenden Einstellungen vor. Nachdem Sie die Einstellungen gespeichert haben, klicken Sie auf das Rädchen oben rechts in Ihrem Padlet, scrollen nach unten. Dort kann man „Genehmigung anfordern“ aktivieren. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Aber eigentlich sollte nun immer eine Genehmigung von Ihnen angefordert werden, bevor Ihre Schüler*innen etwas reinstellen können.

    1. Es ging bei der Frage nicht um die Kommentar-Funktion, sondern die Möglichkeit, dass Schüler aktiv Beiträge im Padlet einstellen. Das ist letztlich auch Sinn und Zweck dieser Plattform. Geht es nur um Kommentare, ist Deaktivierung der Kommentare auf jeden Fall eine Option.

  2. „Über das Gerät, das System, den Browser und eventuelle Logins an anderen Plattformen sind Schüler für Padlet und dort eingesetzte Technologien von Dritten durch dort vorhandene Daten oder Zusammenführung mit Daten aus anderen Quellen potentiell identifizierbar.“

    Meines Erachtens ist daher ein Datenschutzfreundlicher Einsatz nicht möglich.
    Mit Aktiven Werbe-und Trackingblocker ist die Website nicht nutzbar.

    Gerade junge Schüler sind schutzbedürftig und daher halte ich den Einsatz für fragwürdig.

    Der Schulträger sollte den Schulen OpenSouce Lösungen wie BigBlueButton zur Verfügung stellen/hosten. Diese bieten die Möglichkeiht so konfiguriert zu werden, dass kein Tracking der Schüler erfolgt. So einen Dienst zu betreiben kann nicht Aufgabe der Schulen/Lehrer sein.

    Meines Erachtens muss zwischen retchlichen und technischem Datenschutz unterschieden werden. Nur weil etwas rechtlich zulässig ist, kann es dennoch technisch fragwürdig sein.
    Hier wird dies gut erläutert: https://www.kuketz-blog.de/kommentar-rechtssicherer-betrieb-und-der-datenschutz/

    P.S. Die Einbindung von fonts.google.com ermöglicht bereits Webseitenübergreifendes tracking.
    Als Besucher der Website hat man ohne Blocker keine chance dies beim Aufruf der Seite zu verhindern.

    1. Ich sehe die Probleme durchaus, denke aber, dass immer auch ein Abwägen erforderlich ist. Datenschutz ist nicht nur ja oder nein. Es sind datenschutzfreundliche Lösungen definitiv zu bevorzugen. Leider sind diese vielfach noch wenig vorhanden. BigBlueButton ist ein gutes Beispiel für eine Alternative im Bereich Videokonferenzen. Padlet ist jedoch in seiner Art relativ alternativlos. Der Anbieter nutzt Google Analytics und auch Google Fonts. Das ist korrekt. Was man Padlet zugutehalten kann, sie nutzen erstellen selbst keine Profile. Durch den Besuch auf einem Padlet erhält allerdings Google die Information, dass eine IP Adresse ein Padlet aufgesucht hat. Inhalte des Padlet werden dabei nicht ausgewertet. Über Zusammenführung mit weiteren Informationen aus anderen Quellen könnte Google die Information, dass ein Padlet aufgesucht wurde, einer identifizierbaren Person zuordnen, bei Zugang über ein Smartphone und mobile Daten einfacher als vom heimischen WLAN aus.
      Wenn Nutzer ein Android Smartphone mit Standard Android OS nutzen oder auf dem Rechner oder Tablet die Google Suche oder den Chrome Browser, relativiert sich das Risiko, welches dadurch entsteht, dass der Besuch eines Padlets einem Nutzer zugeordnet werden kann, doch deutlich. Jüngere Schüler aus dem Bereich der Grundschule gehen überwiegend noch mit Geräten der Eltern online. Die Information des Padlet Besuchs wird dann eher den Eltern zugeordnet werden.

      Ich möchte damit Padlet nicht schönreden, doch unter den vielen Websites im Internet, die Schüler besuchen, auch bei Recherchen für die Schule, gehört Padlet zu den harmlosen Angeboten. Und unter dieser Prämisse sehe ich in Abwägung der beschriebenen Risiken keinen Grund, warum Padlet nicht von Schulen genutzt werden kann. Man sollte übrigens auch nicht vergessen, dass die in einem Padlet eingebundenen Inhalte deutlich mehr Risiken mit Blick auf den Datenschutz bergen können. Wird ein YouTube Video in ein Padlet eingebunden, ist das Aufrufen des Padlets in Bezug auf die Datenabflüsse nicht wesentlich anders als würde man YouTube direkt besuchen.

  3. Hat jemand damit Erfahrung gemacht: Ich wollte meine Padlet-Seite als PDF speichern. Dazu bin ich im Menü auf: Teilen, Exportieren, Als PDF speichern, während des Vorgangs erschien die Meldung: Inhalt wird an den Verlag gesendet.(!) Was hat das zu bedeuten? Was kann ich tun?

    1. Ein solches Formular kann man relativ leicht auf der Grundlage dieses Dokuments erstellen. Wenn man Bookcreator.com nutzt, sollte man nach Möglichkeit ein kostenpflichtiges Schulkonto erstellen. Dann kann man das sogenannte Data Processing Addendum (https://bookcreator.com/gdpr/) herunterladen, unterzeichnen und an Bookcreator zurücksenden. Damit hat mein einen datenschutzrechtlichen Vertrag vergleichbar einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter abgeschlossen. Der verarbeitet dann die personenbezogenen Daten aus der Schule nur für Zwecke der Schule. Hat man das Data Processing Addendum, holt man von den Erziehungsberechtigten eine Einwilligung ein und informiert entsprechend über die Datenverarbeitung, die bei der Nutzung von BookCreator anfällt. Mit weiteren Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an mich. Die Adresse finden Sie im Impressum.

  4. Ich habe eine Frage, bzgl. der Urheberrechte. Wenn ich Audio,- Videodateien und Textmaterialien an die Familien sende, können diese dann das Material, z. B. auf anderen sozialen Netzwerken teilen? – Oder gibt es eine Einstellung, dass es nur über Padlet genutzt werden kann. Vielen Dank im Voraus 🌸🍀🌸

    1. Solange ein Padlet nicht privat ist, kann ich Inhalte von Padlets nicht absolut schützen vor einer Weitergabe über Social Media. Es ist gibt eigentlich bei keiner öffentlichen Website, und eine solche ist ein Padlet im Endeffekt, eine Möglichkeit Inhalte vor „Missbrauch“ zu schützen. Irgendein Weg findet sich immer, Inhalte herunterzuladen oder über ein Screenrecording aufzunehmen. Den Link zu einem Padlet kann ich geheim halten. Das bedeutet, Suchmaschinen finden das Padlet nicht. Private Padlets können nur von Eigentümer geöffnet werden. Mit Passwort geschützte Padlets können von Suchmaschinen nicht durchsucht werden. Solange Empfänger des Links zum Padlet das Passwort geheim halten, sind die Inhalte darauf sicher. Wenn ich als Lehrkraft in Sorge bin, dass Inhalte meines geheimen Padlets, welches ich nur Mitgliedern der Lerngruppe zugänglich mache, unrechtmäßig im Internet geteilt werden, dann sollte ich mit der Lerngruppe vorab Nutzungsregeln vereinbaren. Diese würde ich mir „unterschreiben“ lassen. Sollte so etwas nicht möglich sein, muss ich gegebenenfalls auf das Einstellen bestimmter Inhalte in ein Padlet verzichten.

  5. „Wenn ich als Lehrkraft in Sorge bin, dass Inhalte meines geheimen Padlets, welches ich nur Mitgliedern der Lerngruppe zugänglich mache, unrechtmäßig im Internet geteilt werden, dann sollte ich mit der Lerngruppe vorab Nutzungsregeln vereinbaren. Diese würde ich mir „unterschreiben“ lassen. Sollte so etwas nicht möglich sein, muss ich gegebenenfalls auf das Einstellen bestimmter Inhalte in ein Padlet verzichten.“

    Das finde ich sehr interessant. Wie könnte denn so eine Nutzungsregel aussehen? Ich habe die Eltern nur per Email darauf eingeschworen, auf keinen Fall jemanden den Link und das Passwort zu geben.

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