easy-feedback – Umfragen erstellen (Quick-Check)

Lesezeit: 5 Minuten
Hinweis! Es handelt sich hier um einen Quick-Check, der nicht ganz so umfangreich ist, wie die anderen. Bei Zeit und Gelegenheit werde ich das eventuell zu einem normalen Datenschutz Check erweitern. Sie sollten hier jedoch auch schon ausreichend Informationen über mögliche Risiken bei einer Nutzung finden, die es Ihnen erlauben, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Stand: 2021-06-12

Art von Plattform: Online Plattform für Feedback

URL: https://app.easy-feedback.com/login (Login); https://easy-feedback.de/ (Hauptseite)

Anbieter: easyfeedback GmbH, Ernst-Abbe-Straße 4, 56070 Koblenz

Monetarisierung: Freemium Modell. Es gibt die Möglichkeit, Feedback Abfragen mit einem kostenlosen Konto zu erstellen. Die Möglichkeiten sind dann jedoch eingeschränkt gegenüber den kostenpflichtigen Konten (siehe Preise). Der Anbieter richtet sich mit seiner Plattform primär an Firmenkunden, hat aber auch Angebote für das Bildungssegment.

Datenschutzerklärung: Die Datenschutzerklärung findet sich Datenschutzerklärung. Sie ist sehr ausführlich und wird durch weitere Dokumente ergänzt (Ihre Sicherheit, Einfach & verständlich, Teilnahme an Umfragen, 100% anonyme Teilnahme, Leitfaden & Dokumente und Verantwortliche Stelle). Unter 100% anonyme Teilnahme wird erklärt, dass eine anonyme Teilnahme an Umfragen von easyfeedback möglich ist, solange der Autor (Kunde) keine Personalisierung aktiviert oder nach persönlichen Daten fragt. Im Text heißt es wortwörtlich: 

„Grundsätzlich ist das easyfeedback Umfragetool zu 100% anonym aufgebaut. Erst wenn der Autor (Kunde) eine Personalisierung aktiviert oder nach persönlichen Daten fragt, wird die Teilnahme personalisiert.“

Der Anbieter betont, dass er den Schutz der persönlichen Daten der Kunden sehr ernst nehme und die  personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend den gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie der Datenschutzerklärung behandele.

Unter easyfeedback DSGVO Auftragsverarbeitung.pdf ist der Vertrag zur Auftragsverarbeitung des Anbieters abrufbar.

Genutzte Dienste Dritter

Zur Erstellung von Umfragen ist es erforderlich, ein Konto zu erstellen. Wird ein kostenloses Konto erstellt, laufen im Hintergrund zahlreiche Dienste Dritter mit. Dazu gehören: Facebook, Hotjahr, Google-Analytics, Google Tag Manager, Google Ad Services, DoubleClick.net, und Bing.

Bei Nutzung von easy-feedback mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung dürften diese Cookies nicht gesetzt werden. Allerdings bleiben sie Nutzern beim Login über https://app.easy-feedback.com/login nicht erspart, sofern sie sie nicht über den Browser blockieren. Das heißt Daten Striptease für jeden, der sich einloggen möchte.

Teilnehmer einer Umfrage sollen in der Standardeinstellung anonym teilnehmen können, sofern vom Ersteller der Umfrage keine anderen Einstellungen vorgenommen werden. Laden Nutzer eines kostenlosen easy-feedback Kontos Teilnehmer zu einer Umfrage ein, werden zunächst drei Session Cookies gesetzt. Sobald die Umfrage abgeschlossen ist, landet der Teilnehmer auf einer Seite, auf welcher dann eine Reihe von Cookies gesetzt werden. Dazu gehören Google-Analytics, Google Adsense, Microsoft Bing und Facebook.

Der Anbieter sichert im Austausch zu, dass es diese Cookies bei Abschluss eines Vertrag zur Auftragsverarbeitung, den es bei den kostenpflichtigen Konten gibt, nicht eingesetzt werden.1Nach Informationen von easy-feedback gelangen im kostenlosen Modus alle Teilnehmer auf eine von ihm definierte Page. Von dort aus misst der Anbieter das Userverhalten. In allen Tarifen, so der Anbieter, habe jeder Kunde seine eigene Abschlusspage ohne Fremd-Cookies. Auch die technischen Cookies bei Bearbeitung der Umfrage durch einen Teilnehmer werde man von drei auf zwei reduzieren.

Server Standort(e):

Der Anbieter nutzt Server der Strato AG in Deutschland.

Nutzung und Funktionen

easy feedback bietet umfangreiche Möglichkeiten, Umfragen zu gestalten. Neben Fragen können in eine Umfrage auch Informationen in Form von Texten, Bildern, Videos und Audiodateien eingefügt werden. Vierzehn verschiedene Fragetypen werden angeboten. Diese reichen von Ja/Nein Fragen, Geschlossenen und Offenen Fragen, über Bildfragen, Beurteilungsfragen (Matrix), Doppel-Beurteilungsfrage (Matrix) und Skalen / NPS bis zu Ratingfragen
Schieberegler, Rankingfragen, Semantischen differenzial Fragen bis zu Variablen Fragen und Media Upload Fragen. Auch Abfragen für Gewinnspiele und Newsletter sind möglich.

Aus der Art der Fragen und den verfügbaren Optionen wird schnell deutlich, dass der Anbieter sich vor allem an Kunden aus der Wirtschaft richtet, die damit Umfragen für ihre Kunden und Mitarbeiter erstellen können. Aus diesem Grund bietet er weitere Funktionen zu den Umfragen an. So können Umfragen mit einer Tracking Funktion versehen2Der Anbieter ermöglicht es hier, Google-Analytics und Google Tag Manager zu integrieren, sofern der Nutzer über ein Konto beim Google-Analytics verfügt., auf einzelne Personen individualisiert und in vielfältiger Art ausgewertet werden. Welche Funktionen es alle gibt, lässt sich sehr schnell in der Übersicht der verschiedenen Tarife einsehen. easy feedback richtet sich auch an den Bildungsbereich und hier sowohl an Schulen als auch an Universitäten. Für den Bereich Schulen werden als Einsatzbeispiele die Evaluation von Bildungsstätten, eine kurze Befragung zur Planung eines Elternabends, ein Feedback zu einem Elternabend, Messungen von Schülerzufriedenheit und Bewertung von Lehrkräften. Auch die Erstellung von Quizzen zur Festigung von Lerninhalten ist mit der Plattform möglich. Für verschiedene Einsatzzwecke gibt es bereits vorgefertigte Vorlagen. Beachtet werden sollte, dass einige der verfügbaren Funktionen der Plattform, etwa das Tracking der Teilnehmer, für den Kontext Schule eindeutig nicht geeignet sind, da diese nicht mit den datenschutzrechtlichen Möglichkeiten von Schule vereinbar wären.

Welche Daten werden verarbeitet?

Wie bei vergleichbaren Plattformen ist zu unterscheiden zwischen angemeldeten Nutzern und Teilnehmern an Umfragen.

Nutzer

Nutzer müssen sich für ein Konto anmelden oder erhalten eines von ihrer Organisation. Zum Anlegen eines Kontos sind eine Reihe von Daten erforderlich. Dazu gehören Name, E-Mail und Passwort, Newsletter Einstellungen und Ähnliche.3Details finden sich in der Datenschutzerklärung unter „Registrierung auf unser Webseite für die Nutzung von easyfeedback Neben den Server Log Daten werden auch auch Bewegungsschritte in der Plattform geloggt. Bei der Erstellung von Umfragen fallen weitere Daten an.

Teilnehmer

Welche Daten von Teilnehmern an Umfragen erhoben werden, hängt auch von den Inhalten und Einstellungen der Umfrage ab. In Solange Umfragen nicht personalisiert werden, sind die Eingaben in der Umfrage anonymisiert. Es fallen die üblichen Log Dateien wie beim Besuch von Websites an, die aber nicht mit den Ergebnissen der Umfrage verknüpft werden. Wie oben erwähnt, setzt die Plattform für die Funktionalität auch Session Cookies. Werden Umfragen personalisiert, kann jede Antwort einem einzelnen Teilnehmer zugeordnet werden. Die Integration von Google-Analytics ermöglicht die Erhebung weiterer Daten der Teilnehmer.

easy feedback, personenbezogene Daten und Risiken

Bei easy feedback hängt in Bezug auf das Thema Datenschutz viel davon ab, wie man die Plattform nutzt. Das Angebot ist auch für Schulen sehr attraktiv, da die Plattform es erlaubt, ansprechende Umfragen und Quizze zu erstellen. Es sind viele Einsatzzwecke denkbar.

Kostenlose Version

Auch wenn der Anbieter seine Plattform mit einer technisch anonymen Teilnahme an Umfragen bewirbt, so gilt dieses bei der kostenlosen Version nicht uneingeschränkt. Durch die auf der Abschlussseite einer Umfrage eingesetzten Analyse und Tracking Tools von Drittanbietern ist diese Version nicht für die Nutzung mit privaten Endgeräten in der Schule, Endgeräten mit Mobilfunkverbindung oder vom heimischen Internetanschluss aus geeignet. Durch die vom Anbieter eingesetzten Dienste Dritter fließen personenbezogene oder -beziehbare Daten die Teilnehmer an diese ab und es wird potentiell möglich, die technische Anonymität aufzuheben und die erhobenen Daten einer identifizierbaren Person zuzuordnen.

Mit schulischen Endgeräten am Standort Schule und ohne gleichzeitigen, vorherigen oder nachfolgenden Login an anderen nicht-schulischen Plattformen sollten die Risiken für Teilnehmer an Umfragen sehr gering sein, da es den eingesetzten Drittanbieter Tools nicht möglich ist, die erhobenen Daten in Zusammenhang mit einer identifizierbaren Person zu bringen.

Bedacht werden sollte auch, dass es bei der kostenlosen Version keinen Vertrag zur Auftragsverarbeitung vom Anbieter gibt.

Kostenpflichtige Version

Wer bezahlt, bekommt auch mehr. Neben dem für Schulen wichtigen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt es dann natürlich auch keine Abschlussseite des Anbieters mehr, auf der dieser Drittanbieter Tools einsetzt. Die kostenpflichtige Version kann in Schule ohne Risiken eingesetzt werden. Wichtig ist hierbei jedoch, dass auf den Einsatz der in der Plattform verfügbaren Möglichkeiten zum Tracking der Teilnehmer verzichtet wird.4Auch wenn die meisten Schulen diese Möglichkeit mangels eines eigenen Google-Analytics Kontos nicht hätten, wird dieses hier erwähnt, da es vereinzelt doch Schulen gibt, die über diese Möglichkeit verfügen. Wird eine personalisierte Umfrage erstellt, muss neben der ohnehin erforderlichen Information über die Datenverarbeitung (, die direkt in den Fragebogen integriert werden kann) auch eine Einwilligung der Betroffenen eingeholt werden.5Das gilt solange die Plattform nicht auf der Basis einer anderen Rechtsgrundlage ohne Einwilligung genutzt werden kann.

Fazit

Die Plattform easy feedback bietet umfangreiche Möglichkeiten, attraktive Fragebögen zu erstellen, die auch in Schulen für verschiedene Zwecke eingesetzt werden können. Je nach Einsatzzweck kann sich die Investition durchaus lohnen, da die Plattform sehr differenzierte Umfragen erstellen kann. Nicht geeignet ist die Plattform für Lehrkräfte, die ein kostenloses Tool für Quizze und Umfragen suchen, welches sie im Unterricht „mal eben“ einsetzen. Vor allem von einer Nutzung mit privaten Endgeräten der Schüler oder von zu Hause aus, ist dringend abzuraten. Eine gelegentliche Nutzung mit schulischen Endgeräten in der Schule wäre noch so gerade eben zu vertreten, solange sie nicht personalisiert erfolgt. Ohne den für Schulen wichtigen Vertrag zur Auftragsverarbeitung bewegt man sich hierbei jedoch in einer rechtlichen Grauzone.