Anton App – interaktive Übungen

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Anton ist ein Angebot für interaktive Übungen für Schülerinnen und Schüler der Grundschulen wie weiterführenden Schulen. Vor allem in Grundschulen erfreut sich die Plattform einer recht großen Beliebtheit. Hinter Anton App steht ein noch recht junges Startup, Solocode GmbH, welches sein Projekt mit EU Fördermitteln gestartet hat. Bisher vertritt man bei Anton den Grundsatz, dass es immer ein kostenloses Angebot geben soll, um keine Nutzer auszuschließen, weil ihnen die finanziellen Möglichkeiten fehlen. Wer bereit ist, zu zahlen, erhält zusätzliche Funktionen, etwa die Möglichkeit, auf mobilen Endgeräten über das App auch offline zu üben oder den eigenen Avatar aufzuhübschen. Für Schulen gibt es die Anton Schul-Lizenz, die es Schulen ermöglicht, Nutzer anzulegen und Anton gezielt im Unterricht zur individuellen Förderung einzusetzen. Datenschutz nehmen die Anbieter sehr ernst.1Ich bin mit den Machern von Anton wiederholt im Austausch gewesen zum Thema Datenschutz und habe – ohne jegliche finanziellen Interessen – auch bei der Erstellung eines Vertrag zur Auftragsverarbeitung und Mustern für Einwilligungsvorlagen beratend unterstützt.

Solocode GmbH erhebt und verarbeitet die personenbezogenen Daten von Nutzern nicht, um daraus Profile zu erstellen, gegen die Werbung geschaltet wird. Es werden auch keine Daten verkauft. Entsprechend sind auch die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gestaltet bzw. der Vertrag zur Auftragsverarbeitung, den Schulen erhalten, wenn sie eine kostenpflichtige Schullizenz nutzen.

Der Zugang zu Anton ist über die Website unter https://anton.app und Apps für iOS und Android möglich. Zur Anmeldung reichen für Schüler ein Nutzername und ein Passwort.

Datenschutz, Sicherheit

Serverstandort, Anbieter

Anton nutzt Server in Deutschland2Genutzt wird Hetzner., wo auch der Anbieter seinen Sitz hat.

Cookies, Tracking

Anton nutzt ein Minimum an Technologien,  die im Hintergrund des Angebots laufen. Sämtliche Verbindungen erfolgen außschließlich zu Servern des Anbieters. Das heißt, es gibt keine Datenabflüsse an Dritte, nicht an Werbefirmen, nicht an soziale Netzwerke und auch nicht an Firmen, die Daten sammeln, um Nutzerprofile zu erstellen.3Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass Anton im Kuketz-Forum im Dezember 2019 in einem Thread mit dem Titel Anton – Lernen – Grundschule bis Gymnasium von einigen „Experten“ scharf angegriffen wurde. Dabei wurden der Plattform unzulässige Datenabfragen und Sicherheitsmängel in der Programmierung vorgeworfen. Die wesentlichen Behauptungen wurden widerlegt oder waren auf Nutzerfehler zurückzuführen, etwa Deaktivierung der Verschlüsselung auf dem Testgerät durch den Nutzer selbst. Nach meiner persönlichen Erfahrung im Austausch mit Solocode GmbH und den Informationen, die mir vorliegen, sehe ich keinen Grund, Anton als unsicher für eine Nutzung einzuschätzen. 

Google-Analytics

Der Anbieter verzichtet, abgesehen von den üblicherweise von Servern erstellten Log-Dateien, auf den Einsatz von Technologien, welche Nutzerverhalten aufnehmen und analysieren und nutzt keine Analyse Dienste von Google oder anderen Firmen.

Einbindung externer Inhalte

Es werden keine externen Inhalte in Anton genutzt. Medien wie z.B. Tondateein oder Bilder werden über eigene Server vorgehalten.

iOS und Android Apps

Nach Angaben des Anbieters berücksicht man bei der Entwicklung beider Apps das Prinzip Datensparsamkeit.

Hinweise zur Nutzung durch Schulen

Grundsätzliches

Anton benötigt für die Erstellung von Nutzerkonten für Lehrkräfte wie auch Schüler lediglich einen Nutzernamen, der frei gewählt werden kann. Der Zugang erfolgt über einen vom System generierten Zufalls-Code. Als Lern- und Übungsplattform zeichnet Anton bearbeitete Übungen und Fortschritte automatisch auf, verbunden mit dem Datum der Bearbeitung. Lehrkräfte können diese Daten einsehen, um Schülern Feedback zu geben und gezielt Übungen zuzuweisen. Von Spielen, die Schüler in Anton spielen können, werden Highscores erstellt, welche für alle Schüler einer Lerngruppe sichtbar sind.4Spiele können bei Bedarf durch die Lehrkraft deaktiviert werden. Lehrkräfte wie Schüler haben als Nutzer die Möglichkeit, eine E-Mail Adresse und ein Passwort zu hinterlegen, um bei Verlust des Codes eigenständig den Zugang wiederherzustellen.

Nutzung in der Schule

Schulen mit Schul-Lizenz schließen mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung ab. Damit ist sichergestellt, dass personenbezogene Daten von Schülern und Lehrkräften nur zu Zwecken der Schule verarbeitet werden. Eine Einwilligung ist auf Seiten der Betroffenen vor Bereitstellung des Zugangs-Codes einzuholen. Sollten Betroffene die Einwilligung verweigern, bleibt diese immer noch die Möglichkeit, Anton mit einem privaten Konto zu nutzen. Sie müssen dann ohne Feedback und Zuweisung von Aufgaben durch die Lehrkraft damit arbeiten, sind aber von der Nutzung nicht ausgeschlossen.

Da die App sehr datensparsam arbeitet und keinen Dritten Zugriff auf Nutzerdaten gewährt, entstehen bei einer Nutzung in der Schule keine Risiken für die Schüler. Bei einer Nutzung auf iPads ohne individuelle Nutzerkonten (shared iPad) oder PC, die im Klassenraum gemeinsam ohne Nutzerkonten genutzt werden, muss die Schule darauf achten, dass Kinder sich nach Ende des Unterrichts aus dem App oder dem Browser ausloggen, um anderen den Zugriff auf das eigene Konto zu verwehren.

Nutzung zu Hause/ auf privaten Geräten/ BYOD

Bei einer Nutzung auf Privatgeräten, ob in der Schule oder von zu Hause aus, entstehen für Schüler keine Risiken. Es werden keine Standort- oder Gerätedaten5IP Nummern werden zum Schutz der Nutzer um drei Stellen verkürzt. gespeichert, die dazu geeignet wären, über Zusammenführung mit Daten aus anderen Quellen, eine Zuordnung zu einer identifizierbaren Person vorzunehmen. Die Nutzung ist von daher unbedenklich.

Information der Betroffenen

Wie bei jeder von der Schule genutzten Plattform müssen Nutzer vor der Einwilligung über die zur Nutzung erforderliche Datenverarbeitung von Anton informiert werden.

Datenschutz Bewertung Übersicht

Nutzung in der Schule mit schulischen Endgeräten

Da Anton wirklich sehr datenschutzfreundlich ist, bestehen für Schüler keine Risiken.

Nutzung auf privaten Endgeräten/BYOD

Auch bei einer Nutzung auf privaten Endgeräten enstehen für Nutzer keine Risiken.

Fazit

Anders als viele andere Plattformen zum Lernen und Üben ist Anton sehr datenschutzfreundlich aufgestellt. Es spricht aus Gründen des Datenschutzes nichts gegen eine Nutzung in der Schule und zu Hause.

Stand 05/2020